Grals-Sage

Die Grals-Sage ist eine der ältesten keltischen Erzähltraditionen, die seit den 1970er Jahren eine Konjunktur erfährt in Folklore und Folksongs und die auch in der zeitgenössischen Esoterik wieder stark beachtet und in vielen Varianten weitererzählt wird. Im Mittelpunkt der aus dem frühen Mittelalter stammenden Grals-Sage, die auch Artus-Sage genannt wird, steht König Artus (Arthur), seine Königin Guinevere, der Zauberer Merlin und die zwölf Ritter der Tafelrunde, die eine Analogie zu den zwölf Jüngern Jesus bilden. Diese zwölf Ritter wollen den sogenannten „heiligen Gral“ finden, welcher angeblich der mit Edelsteinen besetzte Becher ist, in dem in der Passionsgeschichte das Blut des sterbenden Jesus Christus am Kreuz aufgefangen wurde. Moderne Historiker nehmen jedoch an, dass es einen solchen Gral als materielles Objekt nie gegeben hat und dass die Sage, die wahrscheinlich um das 10. Jahrhundert in Südengland entstand, sich auf das Vorhandensein von menschlichen Blutlinien bezieht, die im Adel häufig vorkommen. Der sogenannte heilige Gral sei also kein Becher, sondern die Blutslinie selbst, das „sang réal“, das wahre Blut oder das sprichwörtlich blaue Blut der Adligen. 


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