Gnosis

Unter der sogenannten „Gnosis“ versteht man oft ein spezielles mystisches Einweihungswissen, welches die Suche nach Erkenntnis und Selbsterkenntnis (griechisch „gnosis“) beinhaltet und zuletzt zur Weisheit (griechisch „sophia“) führen soll. Es ist also ein mystischer Einweihungsweg, der hier vollzogen werden soll, und der die zentralen Worte „Gnosis“ und „Sophia“ als Schlüsselbegriffe hat.
Der Begriff der Gnosis selbst stammt aus der angewandten und vergleichenden Religionswissenschaft. Er ist schwierig zu definieren, da mit „Gnosis“ heute recht verschiedene Gruppen, Autoren und Phänomene genannt sind, auch bezeichnet der Begriff „Gnosis“ oder „gnostisch“ (Adjektiv) sehr unterschiedliche Kulturen und Epochen. Die ersten sogenannten Gnostiker – also Menschen, die sich der Gnosis als der zur Weisheit führenden Selbst-und Welterkenntnis verpflichtet fühlten – waren wahrscheinlich die alten Ägypter und vor ihnen, bereits die Babylonier, Sumerer und Chaldäer. Gnosis fand im Prinzip überall dort statt, wo die menschliche Suche nach Erkenntnis höherer Welten stattfand und mittels rationaler Philosophie und Experimenten ihrem Ziel näherzukommen suchte. Meist geschah das jedoch außerhalb der kodifizierten Religionen, da die Priesterschaft um ihre Privilegien fürchtete, wenn zu viele Menschen Zugang zum Geheimwissen erhielten. Deshalb agierten viele Gnostiker auch oft im Untergrund oder unter falschen Namen, da sie sich keiner Obrigkeit beugen wollten und zudem fürchteten, dass ihre Bemühungen torpediert würden, wenn Vertreter der kodifizierten Religionen davon erführen. Charakteristisch für Gnostiker der alten und neuen Zeit ist dementsprechend, dass sie sich nicht in Kirchen organisieren, sondern als Einzelne ihr Wissen zu mehren suchen. Allerdings gibt es auch magische Geheimorden, die sich als gnostisch bezeichnen, wie zum Beispiel der Orden des Golden Dawn, der von vielen Kennern der Materie als ein gnostisch-rosenkreuzerischer Orden beschrieben wird. In den Zeiten der Blüte der griechischen Kultur – dreihundert Jahre vor der Zeitenwende – war der Begriff „Gnosis“ für Mysterien-Schüler und auch für einige Philosophen reserviert, wie zum Beispiel für Philo von Alexandria, der als gnostischer Philosoph galt, und später für Kirchenlehrer wie Origines und Tertullian. Heute gibt es zahlreiche Gruppierungen und Splittergruppen mit teils gnostischem Inhalt, wie in der aktuellen Esoterik- und New-Age-Szene.


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