Avatar

Das Wort „Avatar“ ist durch den gleichnamigen Science-Fiction-Film von James Cameron aus dem Jahr 2009 sehr bekannt. Man spricht auch in der Computerwelt von sogenannten Avataren, wenn man eine künstliche Figur, ein Kunstbild oder eine Grafik meint, die eine lebende Person darstellt, zum Beispiel in der Kommunikation mittels sozialer Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Twitter.
Der Begriff des Avatars stammt jedoch ursprünglich aus der indischen Gelehrtensprache Sanskrit und bedeutet „Abstieg“. Mit dem Abstieg ist hierbei gemeint, dass eine Gottheit aus der Sphäre des Himmels herabsteigt in den irdischen Bereich. Ursprünglich wurde das Wort Avatar deshalb auch für die Inkarnationen des Erhalter-Gottes Vishnu verwendet, die wie Menschen auf der Erde wandelten, aber Götter waren. Diese Inkarnationen sind traditionell folgende zehn:
Matsya – Fisch
Kurma – Schildkröte
Varaha – Eber
Narasimha – Mann mit Löwenkopf
Vamana – ein Zwerg, der zum Riesen auswächst
Parashurama – „Rama mit der Axt“, das heißt Vishnu in Gestalt eines Menschen, der den Mord an einem Brahmanen rächt
Rama – der Held des indischen Vers-Epos Ramayana
Krishna – „der Schwarze“, Verkünder der Bhagavad-Gita
Buddha – nicht Gautama Buddha, sondern ein Bruder Krishnas
Kalki – zukünftige Inkarnation Vishnus als Ritter
Vishnus Avatare erinnern historisch stark an die Legenden von Zeus, dem griechischen Göttervater, der stets tierische Gestalt annahm, wenn er auf Erden wandelte. Der Glaube an Götter, die – als Avatar – herabsteigen und die Erde besuchen, ist in vielen Religionen präsent.


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